Theaterstück: Die rastlose Taube

Paul-Robeson-oberschule, Klasse 9
www.cms.sachsen.schule/msrobeson/

„Die rastlose Taube“ ist ein Theaterstück, welches vom Projekt „Sprachencafé“ anlässlich des 40-Jubiläums des Paul-Robeson-Oberschule auf die Bühne gebracht worden ist.

Das Sprachencafé an sich ist entstanden, um den kulturellen und linguistischen Austausch zwischen den deutschen Schülern und Schülern mit dem Migrationshintergrund an unserer Schule zu fördern.

Die Teilnehmer des Sprachencafés, welches 14 x täglich stattfindet, bringen einander ihre Muttersprachen oder auch Fremdsprachen bei, die sie gut beherrschen. Bei den deutschen Schülern sind es Fremdsprachen, die sie in der Schule (Englisch) oder außerhalb der Schule gelernt haben (Chinesisch und Koreanisch). Bei den Flüchtlingen sind es Sprachen, die sie auf dem Fluchtweg nach Deutschland gelernt haben (Spanisch, Türkisch, Farsi u.a..). Es sind natürlich auch ausländische Schüler dabei, die nicht flüchten mussten,- sie sind mit ihrer Muttersprache vertreten (Rumänisch und Albanisch).

Dieser Austausch stärkt Kinder in ihrem Selbstbewusstsein,- sie können dem anderen etwas geben, was sie selbst am besten können. Zusätzlich lernen die Schüler geben und nehmen: mal schlüpfen sie in die Rolle des Lehrers, mal in die Rolle des Schülers: mal haben sie was zu sagen, mal müssen sie aufmerksam zuhören. In beiden Fällen gewinnen sie. Es ist eine „Win-Win“-Situation.

Allgemein bekannt: je mehr Sprachen beherrscht werden, desto leichter fällt es einem eine weitere Sprache zu erlernen. Somit ist das Sprachencafe die Investition in die Zukunft jedes einzelnen Teilnehmers,- und der Erwerb der analytischen Sprachkompetenzen beim Erlernen der deutschen Sprache schon jetzt.

Das Zusammenleben vieler Kulturen an unserer UNESCO-Schule wollten wir nach außen tragen. Wir wollten ein Zeichen setzen, dass das Zusammenleben trotz der kulturellen, religiösen und linguistischen Unterschiede gut funktionieren kann.

So ist die Idee entstanden zum 40-jährigen Jubiläum unserer Schule ein Theaterstück aufzuführen, in welchem die Sprachen, die in unserem Sprachencafe gesprochen werden, Länder, aus denen die Kinder kommen, allesamt vertreten sein werden.

Der Anfang war schwer. Nach und nach haben sich mehr und mehr Teilnehmer uns angeschlossen. Eine freie Theaterpädagogin ( Fr.Schreiber ) unterstützte uns bei diesem Prozess. Die Struktur hat sich herausgebildet. Die Schüler entdeckten für sich das Theater als die Möglichkeit etwas auszudrücken, was sie innerlich intensiv beschäftigt: mit und ohne den Körpereinsatz, mit und ohne der Sprache. Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten als Schauspieler steigerten sich von einer Theaterprobe zu der anderen. Mit der Zeit entwickelten die Kinder die Selbstinitiative. Sie kümmerten sich selbstständig um Kostüme, Requisiten und Bühnenbild. Dabei waren sie sehr kreativ.

 

Zum Sujet des Theaterstücks:

„Eine Taube fliegt (flieht) aus dem zerstörten Damaskus. Sie landet zwischendurch in verschiedenen Ländern, um eine kleine Pause zu machen. Dabei sieht sie die Kinder in verschiedenen Situationen in Syrien, Amerika, Türkei und Korea. Die Taube nimmt die bunte Vielfalt der Kulturen wahr und versucht sogar manchmal mitzumachen. Eines Tages landet sie auf dem Schulhof der Paul-Robeson-Oberschule. Sie ist überrascht all die Kinder, die sie auf ihrem Weg hierher woanders gesehen hat, hier bei uns zu sehen. Sie freut sich die bekannten Gesichter zu sehen. Die Kinder und die Taube tanzen zur fröhlichen russischen Musik.“

Bei den einzelnen Szenen wollten wir landeskundliche Informationen zu diesen Ländern vermitteln, – ohne den Lerndruck und Notenzwang, sondern auf eine andere Art und Weise. Diese Situationen sind aus dem Leben gegriffen worden. Die Kinder haben sie oft persönlich erlebt,- oder einen engen Bezug dazu gehabt. Die Sprachen, die im Sprachencafe`gesprochen (und gelernt) worden, sind in diesen Szenen zu hören gewesen.

Man muss erwähnen, dass durch eine intensive und produktive Zusammenarbeit zwischen den Kollegen und den Schülern das multimediale Ergebnis möglich wurde: mit PowerPoint-Präsentation, authentischen Fotos und landestypischer Musik im Hintergrund. Dies machte die gespielten Situationen noch glaubwürdiger. Man wurde fast in diese Länder versetzt.

Wir, Kollegen und Schüler, haben gemeinsam gefiebert,- aber es hat sich gelohnt.

Wir, deutsche und nicht deutsche Lehrkräfte, deutsche und nicht deutsche Schüler, sind auf diesem langen Weg der Vorbereitung zusammengewachsen. Wir haben voneinander gelernt und haben uns bereichert. Allein das ist für jeden einzelnen Teilnehmer eine sehr wertvolle Erfahrung.

Client

Team: Tauben

 

Schüler*innen:

Michaela, Abdl, Jeudi, Omar, Maram, Abdallah, Heba, Susann, Dibran, Gina, Lucy, Ellena, Sebastian, Asmahan, Elisa

 

Lehrer*innen:

Frau Meier

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