• Ein Camp voller Zukunftskompetenzen

    Auf unseren Fortbildungen, bei Konferenzen und während der Challenge haben wir viele aufgeschlossene Lehrende und Lernende kennengelernt die keine Scheu vor neuen Methoden oder Lehrmitteln kennen. Die größten Herausforderungen für innovationswillige Bildungsmacher*innen liegen demnach nicht in deren Veränderungswillen, sondern in ganz alltäglichen Umständen wie den Anforderungen des Lehrplans, skeptischen Kolleg*innen und der eigenen Überlastung. Da wir uns dieser Gegebenheiten bewusst sind, haben wir nicht nur die kostenfreien Toolboxen für die Projektarbeit entwickelt, sondern auch das Format „Baut Eure Zukunft Camps“.

    Was sind Baut Eure Zukunft Camps? 

    Unsere Camps sind im Prinzip eintägige Workshops für Schüler*innen und Lehrer*innen. Während des Workshops arbeiten die Jugendlichen unter Anwendung einer Baut Eure Zukunft Toolbox an Lösungsideen für gesellschaftliche Herausforderungen. Dabei erhalten die Teams konkrete Unterstützung von Design Thinking Trainer*innen, welche den Prozess moderieren und den Schüler*innen helfen in ihrem Tempo am Ball zu bleiben. Dadurch erleben sie Projektarbeit, die nicht nur neue Kompetenzen vermittelt und Spaß macht, sondern auch Themen der Zukunft anpackt. An den Camps können Schüler*innen-Teams der achten bis zehnten Klasse à vier Personen und eine betreuende Person teilnehmen.

    Welche Kompetenzen erlernen die Schüler*innen?

    Wir glauben, dass viele der klassischen Lehr- und Lerninhalte zwar grundlegend notwendig sind, aber auch ein großer Teil mittlerweile veraltet oder gar unnötig für die zukünftige Arbeitswelt ist. Andererseits sollen immer mehr neue Fächer und Inhalte in den Schulen abgedeckt werden.

    Wir möchten mit unseren Projekttagen mit einfach anwendbaren Methoden eine Entlastung für diese Situation schaffen. Unser Ziel ist es, mit Innovations- und Kreativtechniken wie Design Thinking und digitalen Lernmaterialien, junge Menschen für gesellschaftliche Herausforderungen zu sensibilisieren.

    Darum fördern wir

    • Sozial- und Teamkompetenzen
    • Feedback- und Fehlerkultur
    • Kreativität
    • Selbstwirksamkeit
    • Empathievermögen

    Nach dem Camp ist vor dem Bundesfinale

    Diese Projekttage sind eine besondere Erfahrung für Schüler- und Lehrer*innen. Um die Teilnahme für alle zu ermöglichen, stellen wir Trainer*innen, Material, Räumlichkeiten und die Verpflegung zur Verfügung. Die Reisekosten müssen von den teilnehmenden Schulen oder Jugendorganisationen selbst bezahlt werden. Zudem ist durch die Teilnahme an einem Baut Eure Zukunft Camp eine Qualifizierung für das Baut Eure Zukunft Bundesfinale möglich. Bei jedem Camp wird ein Tagessieger-Team gekürt, welches damit automatisch am Bundesfinale in Berlin teilnehmen kann.

    Alle Camp-Termine und Informationen zur Anmeldung finden Sie unter folgendem Link: https://baut-eure-zukunft.eu/camp/.

    Wir freuen uns in Berlin, München, Stuttgart, Hannover, Frankfurt, Düsseldorf und Köln/Bonn auf Sie und ihre Schüler*innen!

  • Chancen statt Zukunftsängste

    Wie weise von der Regierung, dass sie den Geschichtsunterricht schon vor fünfzehn Jahren abgeschafft und durch den Zukunftsunterricht ersetzt hat.

    So schreibt der Autor Marc-Uwe Kling in seinem Roman „QualityLand“ (1) und malt das düstere Bild einer Gesellschaft voller Einstufungen, Bewertungen und Alltagsüberwachung. Eine Welt, die sich niemand wünschen kann und die dennoch nicht allzu weit entfernt ist, wie beispielsweise die Einführung von Chinas digitalem Punktesystem im letzten Jahr zeigt.

    Das Romanzitat lässt zudem an die derzeit herrschende Debatte um zeitgemäßen Unterricht und das als veraltet geltende Schulsystem denken. Um den Jugendlichen Unterrichtsinhalte bieten zu können, die sie tatsächlich auf die Herausforderungen in ihrer Zukunft vorbereiten, engagieren sich bereits viele Lehrer*innen und Initiativen. Denn es schreien nicht zuletzt die Schlagzeilen der renommierten Tageszeitungen von den Dächern, dass es viele Berufsbilder in Zukunft nicht mehr geben wird.

    Doch werden diese Themen in der Schule tatsächlich behandelt? Im Hessischen Lehrplan für den Geschichtsunterricht an der Gymnasialen Oberstufe steht beispielsweise: „Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Beschäftigung mit historischen Inhalten und Fragestellungen einsehen, dass vergangenes Geschehen mit ihrer Gegenwart direkt oder indirekt zusammenhängt, sich auf ihr Leben auswirkt und Bedeutung für ihre Zukunft hat. Sie sollen zu unterscheiden lernen zwischen dem Versuch, vergangenes Geschehen in seiner Zeit zu verstehen, und der Aufgabe, es aus der Sicht der Gegenwart zu beurteilen.“

    Auch in den Lehrplänen der anderen Bundesländer lassen sich entsprechende Passagen zum Thema Zukunft wie „Das 20. Jahrhundert und die Herausforderungen der Zukunft“ (Gemeinschaftskunde, Rheinland-Pfalz) oder „Zukunft von Arbeit und Beruf in einer sich verändernden Industrie-, Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft“ (Politik/Wirtschaft, Nordrhein-Westfalen) finden. Wir können also davon ausgehen, dass die Perspektiven der Schüler*innen allen am Herzen liegen.

    Doch wie nah sind diese Unterrichtsthemen wirklich an der Lebensrealität der Jugendlichen? Lassen sich die Inhalte aus den Lehrplänen auf die persönlichen Wege der Schüler*innen in der Gesellschaft übertragen, wie im hessischen Beispiel angedacht?

    Sicher ist: Das Thema „Zukunftsangst“ nimmt im Alltag der Schüler*innen viel Platz ein. Gerade im Online-Kontext sind die Unsicherheiten und Bedenken Dauerthema bei den 10 bis 18jährigen. Und auch bei der Entwicklung unserer Toolboxen haben die Schüler*innen das Thema selbstständig gewählt.

    Erst im letzten Jahr gab der Deutsche Jugendinstitut e.V. eine Studie mit dem Namen „Was kommt nach der Schule? Wie sich Jugendliche mit Hauptschulbildung auf den Übergang in die Ausbildung vorbereiten“ heraus, die zeigte, dass fast jeder zweite Hauptschüler unter Zukunftsängsten leidet. Die Studienleiterin Birgit Reißig im Interview dem Spiegel auf die Frage nach den größten Problemen der Schüler*innen:

     Diese diffuse Unsicherheit: Die meisten bedrückt es sehr, darüber nachzudenken, was später einmal aus ihnen wird. 40 Prozent der Schüler und 54 Prozent der Schülerinnen treiben Sorgen um die berufliche Zukunft um.

    Spätestens ab der sechsten Klasse steht für die Meisten die erste große Entscheidung mit dem Übergang zur Gesamtschule oder zum Gymnasium an. Oft haben die Erwachsenen, welche das jeweilige Kind umgeben eine klare Meinung zu dieser Entscheidung während fürs Kind der Perspektivenstress beginnt. Danach kommen wichtige Praktika, der übliche Notenstress und die Angst vor der nächsten Zeugnisausgabe. Selten geht der Blick über den Tellerrand der Schulzeit hinaus in die Zeit nach dem Abschluss, wie sich im Gespräch mit den Teilnehmer*innen unserer Projekttage herausgestellt hat.

    Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch in den YouTube-VLogs das Thema Zukunftsangst ein präsentes Thema bei jungen Influencer*innen ist. Dennoch werden auch hier die Ratschläge nicht viel konkreter als

    Wenn ihr an irgendetwas glaubt, setzt euch dafür ein und macht es einfach.

    bei Diana zur Löwen oder

    Lasst euch von Leuten in eurem Umfeld sagen, als was sie euch sehen. Denkt nicht zuerst an das Geld, sondern an die Leidenschaft.

    auf dem Kanal von Sonny Loops. Zwar gehen die Vorbilder vieler Jugendlicher auf ihre eigenen Geschichten ein und machen Mut auch ungewöhnliche Wege zu gehen, es fehlen jedoch die tatsächlichen Werkzeuge und Methoden, um zu derlei Erkenntnissen über sich selbst zu gelangen.

    Doch wie können junge Menschen ihre Talente und Leidenschaften entdecken und daraus eine berufliche Perspektiven für sich selbst entwickeln? Eine große Frage, auf die es keine einzig wahre Antwort gibt. Aber mit den Baut Eure Zukunft Toolboxen haben wir einen Hebel und passende Werkzeuge gefunden, die Schüler*innen auf ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben über den Schulunterricht hinaus begleiten können.

    Durch das Erfahren von Selbstwirksamkeit und Kreativität können die Toolboxen Jugendliche soweit auf ihre Rolle in der Gesellschaft von Morgen vorbereiten, dass sie nicht ängstlich, sondern motiviert und zuversichtlich auf die Zeit nach ihrem Schulabschluss schauen. Soft-Skills wie Flexibilität und Teamfähigkeit sind dafür wohl bedeutsamer als bloßer Wissenserwerb. Wenn wir es schaffen, dass Schüler*innen ihre individuellen Qualitäten und Zukunftschancen erkennen, dann haben wir im Design Thinking Prozess mit unseren Materialien etwas erreicht, dass ihnen keiner mehr nehmen kann.

     


    Quellen:

    (1) Kling, Marc-Uwe: Qualityland. Auflage 4., Berlin: Ullstein 2017.

  • So war der Projekttag in Zeitz

    Bei einer Weiterbildung mit dem Team von Baut Eure Zukunft und der Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ kann viel entstehen, wie zum Beispiel ein Projekttag mit Baut Eure Zukunft in Zeitz im Süden Sachsen-Anhalts.

    Brennpunkt heißt nicht gleich schlechte Schule

    Die Sekundarschule III in Zeitz hat nicht selten mit Vorurteilen gegenüber ihrem Standort und der Einordnung als „Brennpunktschule“ zu kämpfen. Dabei bietet die offene Ganztagsschule mithilfe von Sozialpädagog*innen und Schulsozialarbeiter*innen tolle Programme wie Sozialtraining an, engagiert sich als Schule ohne Rassismus und fördert mit kleinen Klassen den Zusammenhalt unter den Schüler*innen. Entsprechend offen, neugierig und experimentierfreudig reagierten Schüler*innen und Lehrer*innen auf den gemeinsamen Projektunterricht mit Baut Eure Zukunft und der Methode Design Thinking.

    Da es um die schülergerechte Gestaltung von Räumen gehen sollte, fiel die Wahl auf unsere offene Toolbox. In der 15 Schüler*innen starken Klasse fanden sich drei Gruppen zu den Themen Schulhof, Klassenzimmer und urbaner Raum zusammen.

    Gemeinsam durch den Design Thinking Prozess

    Der Projekttag begann um 7:30 Uhr mit einem Energizer: Schick-Schnack-Schnuck mit Anfeuern. Damit bekommt man jeden wach: Es bilden sich Paare die jeweils gegeneinander Schnick-Schnack-Schnuck spielen. Wer verliert, muss den Gewinner anfeuern. So gibt es immer größere Gruppen, die sich gegenseitig anfeuern.

    Und nachdem die gemeinsamen Teamregeln geklärt und durch die Schüler*innen ergänzt waren, starteten die Schüler*innen voller Energie in die Recherche und die Herausforderung das Thema umfassend zu verstehen. Durch die bereitgestellten Arbeitsblätter und Video-Einführungen fiel der gemeinsame Einstieg allen ungemein leicht.

    Zur Hofpause ging es in die Interviewphase und nun waren alle Mitschüler*innen und Lehrer*innen aufgefordert den Projektgruppen mit ihrem Wissen zum Thema weiterzuhelfen. Hier gewinnen die Jugendlichen viele neue Einsichten oder Hinweise und werden mit neuen Perspektiven konfrontiert, die sie später in ihre Ideenfindung zur Problemlösung einfließen lassen. 

    Spätestens zur Hofpause hatte es sich unter der gesamten Schülerschaft herumgesprochen, was für einen spannenden Prozess in der siebten Klasse lief. Immer wieder schauten neugierige Lehrer*innen herein und einige Schüler*innen anderer Klassen wollten am liebsten direkt partizipieren. Aus dieser Begeisterung heraus ist der gemeinsame Entschluss entstanden, Baut Eure Zukunft an der gesamten Schule anzubieten.

    Selbstwirksamkeit und kreative Lösungswege

    Zur Projektvorstellung fand sogar der Schuldirektor den Weg ins Klassenzimmer und er teilte die Begeisterung der Klassenlehrerin über die Kreativität der Kinder. Diese hatten vollkommen klare Vorstellungen von ihren Bedürfnissen und verliehen diesen mittels ihrer Prototypen Ausdruck. 

    Stolz präsentierten alle drei Gruppen ihre Lösungen:

    Das Klassenraum-Team wünschte sich vor allem einen zeitgemäßen und mit digitalen Hilfsmitteln versehenen Lernraum. Da es jedoch keine Mittel hierfür gibt, arbeiteten sie direkt an anderen Fördermöglichkeiten und Lösungen, wie z.B. einer Projektpräsentation bei potentiellen Förderern und großen Firmen in der Region.

    Die Gruppe, die sich mit der Schulhofgestaltung auseinandersetzte, sprach sich vor allem für eine verstärkte Begrünung, Ruheoasen und interkulturelle Begegnungsräume für alle Schüler*innen aus. In der Präsentationsphase unterhielten sie sich bereits über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten mit dem Direktor und beschlossen gemeinsam Upcycling-Bänke und -Beete aus Paletten herzustellen. Diese direkte Ansprechbarkeit von erwachsenen Entscheidungsträgern, das Gehörtwerden und die gemeinsame Lösungsfindung verliehen ihnen großes Selbstbewusstsein und ließ sie Selbstwirksamkeit erfahren.

    Zuletzt stellte das Team, welches sich mit der Verbesserung des urbanen Raums für Jugendliche beschäftigt hatte, ihre Idee vor. Der Wunsch nach Orten für ganzjährige, kreative Bewegung und Training drückte sich in ihrer Lösung aus: eine Parkourhalle. Während gerade diese Gruppe zu Beginn kaum Motivation für die Partizipation am Projekttag an den den Tag legte, präsentierten sie nun voller Energie und erhielten viel Zustimmung durch ihre Mitschüler*innen.

     

    FEEDBACKKULTUR LEBEN

    Da wir selbst leben, was wir predigen, wollen wir noch dieses tolle Feedback der Sozialpädagogin Suska teilen:

    „Ich habe in den vielen Gesprächen mit Jugendlichen während meiner Arbeit als Sozialpädagogin in Zeitz unheimlich viel Potenzial bei den Jugendlichen aber auch enorm viel Frust erlebt. Der Frust bezieht sich vor allem auf die Stadt und deren Verwaltung. Jedoch kann man durch eine gute Netzwerkarbeit von Stadtverwaltung, Institutionen wie Schulen und Jugendclubs und gemeinsam mit den Jugendlichen, Dinge anstoßen. Oft sind es nur Impulse oder eben solche Veranstaltungen wie mit Euch. Das kennen die Kids nicht, dass sie gefragt werden was sie verändern wollen und können. Mein Traum ist, dass in Zeitz eine Jugendkultur entsteht, die sich selbst organisiert und eine Bereicherung für die Stadt ist.“

    Wir möchten uns für die Unterstützung durch die Macher*innen vom Kloster Posa e.V. bedanken und freuen uns schon auf die drei Projektuploads für die Challenge im neuen Jahr. Für die Umsetzung der Workshopergebnisse wünschen wir gutes Gelingen.

  • Tag zwei des Bundeswettbewerbs 2018

    Der zweite Tag der Challenge fand im Quartier Zukunft der Deutschen Bank in der Friedrichstraße statt. Auch hier hatten alle Schülertteams ihre eigenen Arbeitsplätze und erhielten zudem Unterstützung durch Mentor*innen der Deutschen Bank. Durch die nahegelegene Unterbringung im City Hostel Berlin kamen alle Teams hoch motiviert an und legten direkt wieder los, wo sie am Tag zuvor aufgehört hatten. Die Stimmung war den ganzen Tag über voller Energie und auch, wenn das Quartier Zukunft in seinem Normalzustand schon nichts mit einer klassischen Bank zu tun hat, sondern eher einem kreativen Coworkings Space gleicht, war dieser Tag spürbar besonders.

    Innerhalb des Design Thinking Prozesses standen die Phasen Ideen finden und Ideen auswählen, sowie das Prototyping auf dem Programm. Besonders auf das Prototyping, also das Realisieren und Erfahrbarmachen ihrer Ideen hatten sich die Schüler*innen schon von Beginn an gefreut.

    Und nach fieberhaftem Basteln, Verfeinern, Anpassen und geheimem Üben der jeweiligen Präsentation war es endlich so weit: Der Pitch auf der Bühne stand an. Die zahlreichen Besucher sahen sieben kreative und einzigartige Prototypen. Die Schüler*inne boten mit wunderbaren Modelbauten, darstellendem Spiel, Plakaten und Performances eine große Bandbreite dar und antworteten souverän auf die Fragen der Jury.

    Diese, bestehend aus Joana Breidenbach (Gründerin betterplace.org), Kerstin Heuer (Gründerin Futurepreneur e.V.), Heinz-Jürgen Rickert (Bundeskoordinator UNESCO Projektschulen), Kai-Arno Jensen (Deutsche Bank – Managing Director Geschäftsbereich PW und CC), Michael Münch (Deutsche Bank Stiftung- stellvertretender Vorsitzender) und Norbert Kunz (Gründer Social Impact gGmbH) tat sich mit ihrer Entscheidung offenbar nicht leicht.

    Doch bevor die Entscheidung verkündet wurde, überließ der Moderator Daniel Fischer den Künstlern Rico und Reza von der gemeinnützigen Organisation Heartbeat Edutainment die Bühne. Sie hatten sich die Schüler*in Jule vom Nandu e.V. zur Unterstützung beim Poetry Slam auf die Bühne geholt. Der interaktive Rap zu den Präsentationen aller sieben Teams endete mit einem gemeinsamen Refrain aller:

    „Baut Eure Zukunft – wir bewegen die Welt,

    Dabei sein ist alles, Sei immer du selbst,

    Jeder von uns ist als Sieger*in geboren,

    Klappt es beim ersten Mal noch nicht,

    Mach es wieder von vorn!“

    Was für ein bewegender Moment und noch Weitere sollten folgen: zuerst die wunderbare Nachricht, dass es keine Verlierer*innen des Wettbewerbs geben würde. Jedes Team erhielt die Zusicherung von 500 Euro mitsamt Unterstützung bei der Umsetzung ihres Projektes von der Deutschen Bank.

    Den zweiten Platz das Team „The Fantastic Four“ bestehend aus Emma, Leonie, Dominic und Luca von der Paul-Robeson-Oberschule. Hierfür erhalten sie 5000 Euro und wollen damit eine Lernoase für Chancengleichheit für alle Schüler*innen schaffen.

    Der erste Platz des Bundeswettbewerbs ging an „Die dingmaater Backehörncha“Charlotte, Alexander, David und Tobias vom Leibniz-Gymnasium St. Ingbert. Ihr Ziel mit dem Preisgeld von 10.000 Euro ist die Förderung von gemeinschaftlichen, sportlichen Aktivitäten in der Region. Dies dient der Sensibilisierung der Gesellschaft zum Thema Armut und ermöglicht von Armut betroffenen Kindern die Teilhabe an Freizeitaktivitäten.

    Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen, Besucher*innen und Unterstützer*innen für diese zwei wunderbaren Tage und freuen uns schon sehr auf die nächste Runde. Denn es gibt nichts Schöneres, als in jungen Menschen die Erkenntnis zu wecken, wie viele Möglichkeiten und wie viele Fähigkeiten in ihren Händen liegen, ihnen freudvolle Erlebnisse und positive Erfahrungen zu schenken, welche ihnen auch in Zukunft von Nutzen sein werden.

  • Tag eins des Bundeswettbewerbs 2018

    Während die ersten Schüler*innen bereits eine Stunde vor Beginn der Challenge ins Kreuzberger Social Impact Lab strömten, kamen die Berliner dank der BVG standesgemäß kurz vor Beginn des Tagesprogramms an. Dieses begann mit einer herzlichen Begrüßung und einer Einführung in die Challenge durch Norbert Kunz, den Gründer von Social Impact.

    Zudem wurde endlich das große Geheimnis um das Thema der Challenge gelüftet. Bezug nehmend auf das erste der 17 UN-Entwicklungsziele „Armut überall und in all seinen Formen beenden“ haben sich die Initiator*innen des Projekts für das Thema Kinderarmut entschieden. Es ist eine erschreckende Tatsache, dass mehr als eine Milliarde Menschen am Rande des Existenzminimums leben und insbesondere Kinder und Jugendliche davon besonders betroffen sind. Der konkrete Wortlaut der Challenge ist wie folgt:

    Was könnt ihr als Schüler*innen dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Kindern in Armut zu verbessern!

    Nach einem kurzen Warm Up begann der „Arbeitstag“ der Schüler*innen gemeinsam mit ihren jeweiligen Trainer*innen mit der ersten Phase des Design Thinkings in welcher es darum geht, das Thema zu verstehen. Hierzu erhielt jedes Teams zur Recherche ein Tablet und die Schüler*innen konnten ihre Smartphones, sowie das freie W-Lan nutzen. Die Design Thinking Trainer*innen halfen dabei, die vielfältigen Erkenntnisse der Nachforschungen zu clustern und zu strukturieren.

    Jedes Team erhielt zudem eine Box mit allen Materialien, welche sie für den Prozess des Design Thinkings brauchen, sowie Flipcharts und große Arbeitswände. Dem kreativen Prozess sollten keine Grenzen gesetzt sein.

    Besonderen Eindruck hinterließ die zweite Phase: Interviews führen. Um noch intensiver in die Thematik einzusteigen und die Perspektiven anderer Menschen nachvollziehen zu können, ging es mit eigenen Fragen in die Feldforschung in Berlin Kreuzberg. Einige Teams befragten Menschen in der Markthalle und waren beeindruckt von der Internationalität der Stadt, andere hatten gezielt Nachbarschaftszentren ausfindig gemacht um später anzumerken, dass dort alle Mitarbeiter*innen und Gäste ganz schön hohen Alters waren.

    Selbst während der Mittagspause wollten einige Schüler*innen nicht aufhören an ihren Lösungen zu arbeiten und nahmen sich Snacks und Getränke mit an ihren Team-Arbeitsplatz.

    Wir sind sehr gespannt auf den zweiten Tag der Challenge im Quartier Zukunft der Deutschen Bank und die Lösungsansätze der Schüler*innen. Sie wollen gerne sehen, was mit solch einer innovativen Methode im Unterricht möglich ist? Kommen Sie am Freitag einfach vorbei, folgende Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram oder laden Sie ganz einfach unsere Toolbox herunter und wenden Sie diese in ihrer Klasse oder mit ihrer Gruppe an.

    Zum öffentlichen Pitch der Projektideen im Quartier Zukunft der Deutschen Bank in der Friedrichstraße sind Sie ab 13:00 herzlich eingeladen.

  • Baut Eure Zukunft auf den Bildungstagen

    Dass in Bayern in Sachen zeitgemäßer Bildung so einiges los ist, liest man schon auf diversen Blogs und bei Twitter. Angelina und Uwe wollten es genau wissen und haben sich letztens übers Wochenende auf den Weg zu den Bildungstagen München gemacht. Der erste offizielle Messestand von Baut Eure Zukunft mitsamt Sofa, Workshops und Rollups –  was für eine Aufregung! 

    Wie die Stimmung war, kann man auf unserem Titelbild schon sehr authentisch ablesen. Zwischenzeitlich kann so ein ganzes Wochenende auf einer Konferenz oder Messe präsent zu sein ja auch schon mal ganz schön anstrengend werden. Aber mit dem richtigen Team, dass sich gegenseitig aufmuntert und unterstützt, kann von Messekoller keine Rede sein. 

    Uns hat besonders begeistert, dass für die Schulen und Bildungsmacher in München die Methode des Design Thinkings offenbar keine so große Neuigkeiten ist, wie es uns oft in Berlin begegnet. Somit kamen wir schnell mit unseren Standnachbarn, anderen Bildungsinitiativen und Schulen ins Gespräch. Unsere gemütliche Sofaecke mitsamt Obst und kleinen Snacks hatte eine nahezu magische Wirkung auf die müden Beine von Besucher*innen und Bildungsmacher*innen.

    Flipchart zu Design Thinking

    Was ist Design Thinking eigentlich? Offenbar nichts Neues für die Bayern.

     

    Es ehrt die Lehrer*innen, wenn sie die Vorgehensweise erst vollkommen durchdringen wollen, bevor sie im Unterricht oder an Projekttagen Anwendung findet. Jedoch sind unsere Materialien so ausgearbeitet, dass jede/r Lehrer*in sofort damit loslegen kann.

    – Angelina, Projektassistenz 


    Leider gab es nicht ganz so viele Besucher wie in den letzten Jahren auf der Veranstaltung selbst, wie uns andere Aussteller berichteten. Aber die Vielfalt an Menschen, die mit selbst gegründeten Schulen, Lernferien und

    Methodenkoffer mit PostIts und Stiften

    Wir haben mal so richtig den Methodenkoffer ausgepackt.

    Projekten frischen Wind in die deutsche Bildungslandschaft bringen wollen, war eine echte Inspiration. Zudem sind wir den Organisatoren von den Bildungstagen selbst unglaublich dankbar für die tolle Unterstützung. So ein erster Auftritt will wohl geplant sein und wir konnten sogar soweit begeistern und überzeugen, dass wir eigene, kleine Workshops und Einführungen zu unserem Projekt geben konnten. 

    Der Medienbruch von analog zu digital war deutlich zu spüren. Natürlich wollen alle gerne neue Lehr- und Lernmittel einsetzen, aber auf so einer Bildungsmesse waren deutlich Give Aways, Flyer und große Plakate im Vordergrund. Als eines der aktivsten Teams beim Thema Social Media kam uns jedoch große Offenheit entgegen. Auf unserer Facebook-Seite haben wir unsere Eindrücke sogar in einem kurzen Video zusammengefasst.

    Wir haben schnell gemerkt, wie anziehend ein entspannter, offener Stand voller guter Laune ist und unsere spannenden und zahlreichen Besucher bestätigten diesen Eindruck.

    – Angelina, Projektassistenz

    Die Schule von morgen mit Baut Eure Zukunft


    Eines unserer ganz persönlichen Highlights war das Gespräch mit dem 80-jährigen Herrn Kränz, welcher erst einmal sehr kritisch nachfragte, ob wir denn Bankangestellte seien. Sein wacher Blick auf die Logos unserer Förderer ließ ihn diesen Trugschluss ziehen. Nach längerem Gespräch stellte sich heraus, dass sein reges Interesse an Bildungsveranstaltungen in zu der Erkenntnis gebracht hätten, dass es im Bildungssystem eine Veränderung braucht, auch wenn es bisher so funktioniert hätte. Für ihn war es sehr spannend, wie viele der Bildungsmacher*innen von ihrer Ausbildung her selbst gar keine Lehrer*innen sind. Seinen weisen Rat an uns und unser Projekt wollen wir unseren Leser*innen nicht vorenthalten: 

    Mein ganzes Leben war voller Herausforderungen, aber wissen Sie, es bringt nichts mit dem Strom zu schwimmen.

    Es lohnt sich, seinen eigenen Weg zu gehen. 

    – Herr Kränz, Rentner

    Vorführung der Videos aus der Toolbox

    Unsere zwei YouTuber Henni und Jenni bei ihrer Kino-Premiere.

    Unser Dank gilt Toni für seine großartige Unterstützung bei der Organisation unseres Ausflugs und am Stand selbst!

  • Das Team und seine Motivation

    Ein Projekt lebt und wirkt durch die Macher, die Menschen dahinter. Nun haben wir bisher auf unserer Website auf eine ausführliche Vorstellung des Teams von Baut Eure Zukunft verzichtet um dem Projekt selbst den Vortritt zu lassen. Zum Ende des Jahres reiht sich eine interessante Bildungsveranstaltung an die nächste und wir wurden als Akteure immer sichtbarer. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, den Mitwirkenden und ihrer Motivation hier eine Bühne zu geben. Continue reading

  • Design Thinking – Nur ein Methodentrend?

    In der Schule ist es manchmal fast wie in der Modebranche – Ein Trend jagt den Nächsten. Lehrer*innen sollen mehr digital arbeiten, weniger kopieren, die Regeln von Think-Pair-Share, Clustering und Brainstorming auf dem Schirm haben und nebenher noch integrieren, ermutigen und befähigen. Und dabei sind sie keine Superheld*innen mit acht Armen, sondern auch nur Menschen mit Familie, Privatleben und jeder Menge Vor- und Nachbereitungsarbeit auf ihren Schreibtischen.

    An dieser Stelle möchten wir zeigen, dass Design Thinking in der Schule nicht einfach ein weiterer Methodentrend im Lehruniversum, sondern eine echte Chance für Schüler*innen und Lehrer*innen gleichermaßen sein kann.  Continue reading

  • Norbert Kunz zu Selbstwirksamkeit, Design Thinking und seiner Schulzeit

    Es gibt viele Interviews mit Norbert Kunz, dem Gründer der Social Impact gGmbH und einem der ersten Ashoka-Fellows in Deutschland, aber noch keines zu seinem neuesten Projekt und erst recht keine Antworten in kurzen GIFs. Das Team von „Baut Eure Zukunft“ hat nachgefragt, was für ein Schüler er selbst war und ob es einen Zusammenhang zwischen seiner Schulzeit und den vielen Bildungsprojekten in seinem Portfolio gibt. Die spannenden Antworten im folgenden Gespräch mit Karoline Spring. Hallo Herr Kunz! Continue reading