Interview mit Rico Montero

Rico Montero rappt auf der Bildungswerkstatt 2025 in bUm Berlin

Was tun, wenn Jugendliche das Gefühl haben, niemand versteht sie? Rico Montero kennt das. Heute steht er als Keynote Rapper und Youth Speaker auf der Bühne und gibt genau das zurück, was ihm damals gefehlt hat: die Person, die Sprache der Jugendlichen spricht.

Im Interview auf der Bildungswerkstatt 2025 erzählt er, warum Hip-Hop für ihn zum Schlüssel wurde, welche drei Tipps er Jugendlichen mitgibt und was Lehrkräfte tun können, um wirklich anzukommen.

Mehr über Rico Montero: https://www.ricomontero.de/

Das Video-Interview mit Rico Montero könnt ihr euch hier anschauen:

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Baut Eure Zukunft (BEZ): Der Moment, in dem du gemerkt hast: Ich will die Person sein, die ich selbst gebraucht hätte?

Rico Montero (RM): Der Moment war, als es mir nicht gut ging. Ich war ein Jugendlicher, zu dem man schwierig Zugang gefunden hat. Und wenn jemand cool genug gewesen wäre, mir in meiner Sprache oder mit meinem Medium begegnet wär – bei mir war’s halt die Hip-Hop-Kultur und Rap – dann hätt ich mit der Person zusammengearbeitet. Und ich habe gemerkt, es gibt einige Kids, die sind wie ich, und habe es mir zur Aufgabe gemacht, das wieder zurückzugeben.

BEZ: Drei Tipps für Jugendliche, die was verändern wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen.

RM: Schau, wo du herkommst. Wo liegt dein Schmerz? Hast du ihn überwunden? Vielleicht kannst du dort Menschen abholen, die ’ne ähnliche Geschichte haben wie du. Verbinde dich mit anderen Menschen, die ähnlich sind oder vielleicht sogar anders sind, aber etwas bewegen wollen. Allein ist es manchmal herausfordernd. Und fress nicht alles in dich rein, rede, geh raus und vernetz dich.

BEZ: Was können Lehrkräfte tun, um junge Menschen zu empowern?

RM: Ist eigentlich ganz einfach, weil viele Lehrkräfte […] auch eine Geschichte [haben]. Oft erzählen wir sie aber den Schülern nicht. Wir haben immer ’ne Maske, weil wir in unserer Rolle sind. Und es wäre ziemlich gut, wenn wir uns auch manchmal verletzlich zeigen würden. Wo wir herkommen, unsere eigenen Erfahrungen aus der Jugend. Um vielleicht auch genau zu verstehen, warum wir den Beruf machen, den wir machen, und es näher zu bringen. Und dann wird eigentlich begriffen, dass man nur das Beste möchte – und dadurch gewinnt man an Beliebtheit.

Foto: Johanna Maria Dietz